| Marcus Kehr | 11.05.2012 08:05 Uhr |
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![]() Den kompletten Bericht gibt es auf enduro21.com. Viel Spaß! |
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| Marcus Kehr | 08.05.2012 19:38 Uhr |
| Hallo Leute, mittlerweile sind wir bereits in Portugal, genauer gesagt in Torres Vedras, ganz in der Nähe von Lissabon, wo am kommenden Wochenende der siebte und achte Wertungslauf zur diesjährigen Enduro-WM ausgetragen wird. Hinter uns liegen 900 km, welche wir gestern von Munitibar aus zurückgelegt haben. Dort fand am vergangenen Wochenende der GP von Euskadi statt, wie dieses Jahr der spanische EWC-Lauf offiziell betitelt wurde. Die dortige Strecke war voll nach meinem Geschmack und führte zu nahezu 100% durch allerfeinstes Enduro-Gelände. Einfach mal querfeldein durch den Wald mit Auf- und Abfahrten, Wurzeln und Steinen. Dazu richtig schöner griffiger Boden – das machte richtig Laune! Teilweise erinnerten mich die dortigen Gegebenheiten an die heimischen Wälder im Erzgebirge. Die Zeiten auf den Etappen waren recht knapp bemessen und so hieß es mächtig Gas geben. Die Prüfungen waren ebenfalls nach meinem Geschmack. Anspruchsvoll und endlich einmal auf Böden, welche wir hier in Mitteleuropa auch gewöhnt sind. Entsprechend gut bin ich zurecht gekommen. ![]() Allerdings hatte ich am ersten Tag einen ziemlich bösen Hänger, welcher mir sehr viel Zeit kostete. An einer Auffahrt im Extrem-Test bildeten sich immens tiefe Spurrinnen, welche immer wieder von oben mit Wasser voll liefen. Dort bin ich weggerutscht, stand quer und musste zunächst mein Motorrad richten. Es half aber alles nichts, ich bin dort einfach nicht mehr los gekommen. Also umgedreht und mit neuem Schwung das Ganze von vorn. So war es letztlich der siebte Rang. Ohne diese Aktion wäre ich mindestens einen Platz weiter vorn gewesen, aber gut. ![]() Dafür lief am zweiten Tag alles wie am Schnürchen! In der Cross-Prüfung konnte ich in allen drei Runden die zweitbeste Zeit meiner Klasse fahren. Nur Christophe Nambotin war schneller. Gegen ihn scheint derzeit einfach kein Kraut gewachsen zu sein. Was dieser für Zeiten in die Tests hineinbrennt, ist einfach nur unvorstellbar. Ich selbst kämpfte mit David Knight um den dritten Platz. Zwischenzeitlich lag ich auch vorn, doch in der letzten Runde setzte David im Extrem-Test alles auf eine Karte. Er riss förmlich den Lenker raus und fuhr die schnellste Zeit des gesamten Feldes! Ich konnte noch etwas dagegen halten, aber am Ende waren es doch sieben Sekunden, welche mir zum Podium fehlten. Dennoch bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Ich hoffe, dass es jetzt am Wochenende so gut weiter geht. Ich hoffe, Ihr drückt mir weiterhin fest die Daumen! Ein Dank gilt an dieser Stelle, wie immer, meinem Team und meinen treuen Helfern sowie Robert Pairan, welcher mir freundlicherweise die Fotos für meine Webseite zur Verfügung gestellt hat. Im Übrigen sieht man unten das E3-Klassenfoto, welches obligatorisch zu Beginn jeder EWC-Saison geschossen wird. Also dann, bis bald und in alter Frische Euer Marcus ![]() |
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| Marcus Kehr | 06.04.2012 18:21 Uhr |
| Hallo Leute, seit vergangenen Mittwoch bin ich nun wieder zu Haus und ich kann Euch sagen, der Trip nach Südamerika war das reinste Abenteuer! Schon im Vorfeld habe ich bei der Planung und Organisation einige Nerven gelassen. Doch das war noch nichts, gegen das, was meinen Vater und mich, in Chile und Argentinien noch erwarten sollte. Wir flogen zunächst von Dresden, über Frankfurt direkt nach Santiago de Chile, der Hauptstadt von Chile. Von dort aus, waren es noch einmal gut 250 km mit dem Mietauto bis nach Talca, wo die diesjährige EWC-Saison begann. Als wir dort die ersten organisatorischen Dinge geklärt hatten, ging es bereits zum Ablaufen auf die Prüfungen. Ich kann Euch sagen, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Der Enduro-Test war in den Bergen abgesteckt, mit teilweise unvorstellbaren Auf- und Abfahrten. Immer wieder ging es 800 Meter bis ins Tal hinab und dann wieder einen Kilometer gerade hoch hinauf auf den Berg. Allein für die Prüfung habe ich drei, vier Stunden zum Ablaufen benötigt. Und das drei Mal, dazu die Hitze, es war schon wirklich extrem. Und ehrlich, zum Schluss hatte ich richtig Wut, als es wieder hoch und wieder runter ging. Ich habe geflucht und gedacht, wie kann man bloß die Prüfung so abstecken. Aber der Hammer kommt erst noch. Dadurch, dass wir von früh nach dem Aufstehen bis es abends dunkel wurde, auf den drei Prüfungen unterwegs waren, fiel das restliche Programm sehr knapp aus. Motorrad vorbereiten, abstimmen, auf der Teststrecke einfahren, Anmelde-Prozedere etc. Noch einmal Prüfung laufen und dann war es schon Freitagabend und der Prolog stand auf dem Programm. Dieser war allerdings absolut perfekt und mitten in der Stadt, aufgebaut. Nicht zu extrem, dafür aber etwas mehr Motocross-lastig. Eigentlich genau das Richtige zum "Einrollen"! Und dazu die vielen tausend frenetischen Zuschauer ringsum. Diese sorgten für eine unglaubliche Atmosphäre! Mir selbst gelang die sechstbeste Zeit meiner Klasse. Mit diesem Start in die neue Saison war ich durchaus zufrieden. Am Samstag ging es dann richtig scharf. Was wir aber an diesem Tag erleben sollten, geht wieder in die Geschichte ein. Ich sehe noch bildlich David Knight vor mir, als er ohne Helm, im Schatten unter den Bäumen lag und von einem "Enduro-Picknick auf hohem Niveau" sprach. Schlüsselstelle, der schon erwähnte Enduro-Test. Diese Prüfung entwickelte sich zur absoluten Farce. Die Boden war extrem hart, wie ich es bisher nicht kannte, dagegen sind die Tracks in Spanien absolut griffig. Und es staubte ohne Ende. Und dann kamen noch die vielen südamerikanischen Starter hinzu, welche fahrerisch der Sache einfach nicht gewachsen waren und das Treiben so richtig verrückt machten. Als wir E3-Fahrer in die Prüfung kamen, hingen immer noch die Letzten der E2-Klasse, völlig überfordert, an den Hängen. Es war teilweise das totale Chaos, alles war total verstopft, dazu der mörderische Staub, welcher im Wald einfach nicht abziehen wollte. Teilweise standen wir in den Prüfungen und nichts ging mehr. ![]() Der Veranstalter reagierte und zog das Feld auseinander, was uns teilweise enorme Wartezeiten vor den Prüfungen einbrachte, womit wir wieder bei der Aussage des Tages "Enduro-Picknick auf hohem Niveau" wären. Da ich im letzten Jahr verletzungsbedingt nur Zehnter geworden bin und so in der Startreihenfolge weiter hinten gesetzt war und folglich auch später in die Prüfungen ging, lief ich immer auf einen langsameren Fahrer auf. Die ersten Kurven der Tests liefen top, bis ich durch den Staub des Vordermannes nichts mehr sehen konnte. Im Wald war es dunkel, als hätte jemand das Licht ausgeknipst. Da blieb einem nichts mehr übrig, als im Sitzen durchzurollen. Höhepunkt war ein Marschall, welcher mich an einer Auffahrt anhielt, da sich dort ein Fahrer komplett ausgebreitet hatte. Nach einer Minute warten, durfte ich dann endlich weiterfahren. Und das alles in einer gezeiteten Prüfung! Aber ich war bei weitem nicht der Einzige. Aubert, Renet, Knight, es hat viele so erwischt… Unterm Strich war es, trotz dass sich der Veranstalter riesige Mühe gegeben hatte, komplett irregulär. Am Samstag wurde noch beraten, den zweiten Fahrtag abzusagen. Das aber wollte man weder dem Veranstalter, noch den Fahrern und Teams antun. Schließlich stand für alle Beteiligen ein enormer Aufwand dahinter. ![]() Der Sonntag war dann auch nicht wesentlich anders, als der Vortag und es gab die gleichen Probleme. Die Platzierungen zehn und neun spiegelten nicht wirklich meinen Leistungsstand wieder! Und, als wäre das nicht schon Aufregung genug, bebte am Sonntagabend auch noch die Erde. Ich weiß noch, wir standen an der Ampel, als es mit einem Schlag losging. Alles vibrierte, am Auto hatten wir gleich Platten, Baugerüste schwankten und stürzten halb um, die Ampel vor uns verbog es. Menschen rannten voller Panik schreiend aus ihren Häusern auf die Straßen! Es war unvorstellbar und wie in einem Blockbuster! Als wir uns durch das Chaos endlich zu unserem Hotel durchgekämpft hatten, der nächste Schock. Unser Zimmer war verwüstet, als wäre grade eine Großrazzia hindurch gepflügt. Und nachts, als wir im Bett lagen, gab es noch zwei Nachbeben. Alles wackelte, die Scheiben klirrten und die Lampenschirme flogen von der Decke. Es war der totale Wahnsinn! Am nächsten Tag erfuhren wir dann, dass Talca direkt das Epizentrum gewesen war. Stärke des Bebens: 6,8! Ein Nachricht, die um die gesamte Welt ging. Am folgenden Montag stürzten wir uns in das nächste Abendteuer! In der Kolonne ging es nun, 800 km von Talca über Santiago nach Argentinien, zum nächsten Austragungsort San Juan. Die 800 km sind jedoch keine europäischen sondern südamerikanische. Was das heißt, später mehr. Wir wurden zunächst von einem weiteren, unverhofften Problem eingebremst. Für unser Mietauto hatten wir keine Bescheinigung, nach Argentinien auszureisen. Somit scherten wir aus der Kolone aus und mussten zurück nach Santiago zum Flughafen, wo unsere Autovermietung ihren Sitz hatte. Das bedeutete, einmal quer durch die 5-Millionen-Metropole, ohne Navi, ohne Karten. Eine Ausschilderung gab es nicht wirklich und an jeder Kreuzung stellte sich die Frage, links, rechts oder doch gerade aus? Es war zum Verrückt werden! Aber irgendwie haben wir es doch geschafft, keine Ahnung wie, aber wir haben es. Mit der Bescheinigung im Gebäck ging es nun über die Anden nach Argentinien. Damit wären wir wieder bei den südamerikanischen Kilometern. Diese sind gefühlt doppelt, wenn nicht gar dreifach so lang! Die Straße schlängelte sich eng an den Bergpässen der Anden hinauf. Keine Dörfer oder Häuser weit und breit. Auf der einen Seite ging es steil nach oben, auf der anderen Seite steil nach unten. Leitplanken? Fehlanzeige, so etwas gibt es dort nicht! Unser Weg führte uns bis in Höhen von knapp 5000 Meter, wo sich auch der Grenzübergang nach Argentinien befand. Dort wurden wir weitere zwei Stunden aufgehalten. Zoll, das komplette Gepäck raus, alles durchsuchen, Drogenhunde, das volle Programm. Reisepass, Dokumente, alles wurde akribisch kontrolliert und auf jedem Papier wurden unzählige Stempel draufgedrückt. Das diese überhaupt alle auf die verschiedenen Dokumente passten, war schon verwunderlich. Anschließend ging es weiter über Mendoza nach San Juan. Dort bezogen wir ein super Hotel, wo fast alle Fahrer untergebracht waren. Am Mittwoch ging es wieder auf die Prüfungen. Auch hier waren wir, teilweise drei bis vier Stunden, auf einem Test unterwegs. Und das bei knapp 40 Grad. Hauptsächlich waren die Prüfungen auf kantigen losen Steinen abgesteckt, dazwischen feiner, fast puderzuckerähnlicher Staub. Der Extremtest befand sich in einem alten Steinbruch. Die Vorbereitung verlief ohne größere Zwischenfälle, bis auf das ich mein Portemonnaie samt Kreditkarten irgendwo auf dem Weg zu den Prüfungen verloren habe. Also musste ich kurzerhand alles sperren lassen. Und wieder habe ich dabei ein paar Nerven gelassen! Es bleibt einem aber auch nichts erspart. Zum Glück hatte ich meinen Reisepass noch, sonst hätte dies womöglich richtig schwere Folgen gehabt. Am Freitagabend stand wieder der obligatorische Super-Test auf dem Programm. Und das war der Beste, den ich je gefahren bin. Wie schon in Chile, ebenfalls mitten in der Stadt. 20.000 Zuschauer waren an der Strecke! Gänsehaut pur! Der Kurs selbst war ebenfalls top präpariert. Leicht gewässert, damit man ordentlichen Gripp hatte. Nicht zu extrem, dafür mit ein paar Doppelsprüngen. Mit einem Wort: Weltklasse! An den Fahrtagen selbst bin ich wirklich gut zurecht gekommen, wenn auch diese Bedingungen für uns Mitteleuropäer total abnormal sind. Platz fünf am ersten Tag gab mir viel Zuversicht und zeigte mir, dass ich wieder mit vorn reinfahren kann, was mir, nach meiner Verletzung letztes Jahr, zunächst nicht mehr gelang. Auch mein Teamchef vor Ort, Fabio Farlioli, war sehr zufrieden mit mir. Das gab mir zusätzliche Motivation für den nächsten Tag. Doch gleich im ersten Test hatte ich dort einen kleinen Ausrutscher, welchen ich den ganzen Tag hinterherfuhr! Der Enduro-Test war schon am Vortag extrem ausgefahren, so dass sich in den Steinen nun eine tiefe Idealspur herauskristallisierte. In einer Kurve am Hang bin ich etwas darüber hinaus gerutscht und fand mich nebenan in den Büschen und Kakteen wieder. Ich bin nicht gestürzt, habe aber mächtig zu tun gehabt, bis ich auf den losen Steinen, schräg am Hang, wieder hoch in die richtig Spur gekommen bin. Mit diesem Missgeschick habe ich locker 20, 25 Sekunden verloren, welche mir letztlich auf Rang vier fehlten. Ich war maßlos enttäuscht, zumal es am Ende Rang sieben wurde, mit nicht einmal einer Sekunde Rückstand auf Platz sechs. Diese Tatsache zeigt wieder einmal, wie eng es zugeht und das jeder Fehler gnadenlos bestraft wird. ![]() ![]() Am Sonntagabend ging es gleich stressig weiter. Alle Motorräder mussten unverzüglich verpackt werden, da DHL die ganzen Container um 21 Uhr geschlossen abholte, um diese zum Flughafen nach Santiago zu bringen. Wir Fahrer blieben noch einen Nacht, um am nächsten Tag geschlossen, ebenfalls zurück nach Chile zu fahren. Unterwegs haben wir alle gemeinsam noch etwas gegessen. Das war ein schöner Abschluss. Am Dienstag ging unser Flieger von Santiago de Chile nach Frankfurt und dann weiter nach Dresden, wo wir mittwochs am frühen Nachmittag landeten. Fazit: Es war wirklich ein reines Abenteuer, über welches ich noch mehr schreiben könnte. Es ist im Großen und Ganzen alles gut gegangen und wir sind gesund wieder zu Hause gelandet. Die Läufe an sich, waren teilweise schon eine ganz andere Welt. Vor allem Chile. Die Veranstalter in Südamerika haben sich wirklich große Mühe gegeben, vor allem bei den abendlichen Super-Tests, aber es fehlt eben doch noch an der nötigen Erfahrung, um solche Veranstaltungen perfekt über die Bühne zu bringen. Aus meiner Sicht ist und bleibt der Endurosport eben doch in Europa zu Hause. Abschließend möchte ich mich noch bei Fabio Farioli, meinem Mechaniker Daniele und dem gesamten Farioli-Team bedanken, welche mich wieder optimal betreut und unterstützt haben. Das Motorrad war jederzeit wirklich top vorbereitet und ich konnte mich auf alle zu hundert Prozent verlassen. Auch einen großen Dank an Wolfgang Butzner, welcher in Sachen Reifen und Mousse-Gummi für mich wieder alles optimal vorbereitet hat. Speziell für den Lauf in Argentinien, bei dem Wolfgang persönlich nicht mit dabei war. Und zum Schluss bei meinem Vater, der mir rund herum wieder sehr viel abgenommen hat. Ohne Euch alle wäre das alles undenkbar gewesen! Nun geht es in der EWC erst Anfang Mai mit den Läufen in Spanien und Portugal weiter. Ich hoffe, ich kann dort an meine Leistungen von Argentinien anknüpfen. Aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit. Ich wünsche Euch noch schöne Ostern, bis bald, in alter Frische, Euer Marcus |
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| Marcus Kehr | 20.03.2012 17:22 Uhr |
| Hallo Leute, mittlerweile bin ich auf dem Weg nach Chile, genauer gesagt nach Talca, wo der diesjährige EWC-Auftakt stattfindet. Lenker einfach nicht mehr festhalten konnte, schweren Herzens aufgeben. Die Saisonvorbereitung verlief nahezu perfekt. Im alten Jahr war bei uns das Wetter noch optimal zum Trainieren und Mitte Januar ging es für mich ohnehin ins sonnige Spanien. Inzwischen kenne ich mich dort schon richtig gut aus, schließlich ist es ja nicht das erste Mal, dass ich mich dort auf das kommende Enduro-Jahr vorbereite. Und so fällt es auch auf, dass immer mehr Fahrerkollegen aus ganz Europa das milde Klima und die vielen Trainings- möglichkeiten zur optimalen Saisonvorbereitung nutzen. So waren auch Mike Hartmann und Eddi Hübner vor Ort, mit denen ich viel trainiert habe. Wir waren eine wirklich gute Truppe und es hat mächtig Spaß gemacht. Was weniger Laune gemacht hat, war die extreme Trockenheit. Dadurch präsentierten sich die Strecken in extrem hartem Zustand, die Bodenverhältnisse waren schon fast asphaltartig. Mitte Februar fiel seitens KTM die Entscheidung, dass ich 2012 in der DEM mit einer 250er Zweitakt-Maschine ausrücken sollte. So wurde es dann, als ich wieder zurück in der Heimat war, leicht stressig. Das neue Motorrad hatte Harald Sturm und sein Team bereits perfekt vorbereitet. Dennoch mussten noch einzelne Details und Feinheiten abgestimmt und anschließend getestet werden. Trotz, dass ich die neue 250er nur zweimal gefahren bin, ging es mit einem guten Gefühl zum Saison-Auftakt ins niedersächsische Uelsen. ![]() Uelsen, was soll ich groß dazu schreiben. Positiv auf jedem Fall die Prüfungen. Die erste entwickelte sich über den Tag, als sie richtig schön ausgefahren war, als technisch recht anspruchsvoll. Eigentlich genau so , wie ich es mag. Auch die zweite Prüfung war gut und abwechslungsreich abgesteckt. Dafür aber haben die Etappen nicht viel mit einer Geländefahrt zu tun. Vom Ergebnis her konnte ich zufrieden sein. Sieg in der Klasse sowie im Championat, obwohl ich mich noch nicht ganz 100%ig auf der 250er wohlgefühlt habe. Da merkt man doch, dass meine gewohnte 300er mehr Leistung hat, die geht schön "von unten" raus. Bei der 250er muss man hingegen viel agiler sein, mehr schalten etc. ![]() Als nächstes stehen nun die ersten beiden Läufe zur Enduro-WM auf dem Programm. Da bin ich allerdings wieder mit meiner geliebten 300er in der E3 am Start. Los geht’s am kommenden Wochenende in Talca in Chile und eine Woche später folgt der Lauf im argentinischen San Juan. Schon im Vorfeld gestaltete sich die komplette Reiseplanung als der reine Wahnsinn. An was man alles denken muss und beachten, da lässt man schon so mache Nerven. So, ich hoffe, Ihr drückt mir für den EWC-Auftakt kräftig die Daumen, damit ich mich, mit möglichst positiven Neuigkeiten nach meinem Südamerika-Trip, bei Euch wieder melden kann. Bis dahin, in alter Frische, Euer Marcus |
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| Marcus Kehr | 23.12.2011 10:17 Uhr |
| Hallo Leute, das Jahr neigt sich dem Ende. Zeit, noch einmal die Saison kurz Revue passieren zu lassen. Ehrlich gesagt war 2011 eines der schwierigsten Jahre meiner motorsportlichen Laufbahn. Der Sturz bei der Enduro-WM Anfang des Jahres hat mich doch stärker aus der Bahn geworfen als gedacht. Zwar konnte ich den DEM-Lauf in Venusberg bestreiten und für meine eigene Erwartungen übererfüllen, doch schon beim nächsten EWC-Lauf in der Türkei holte mich die Realität wieder ein. Zu jenem Zeitpunkt war es, rückblickend gesehen, einfach zu früh, wieder in der WM zu starten. Die Anforderungen sind dort eben noch einmal deutlich höher, was ich dann auch wieder gnadenlos zu spüren bekam. Während in der Türkei am ersten Tag meine KTM in einer Wasserdurchfahrt zu viel Nässe zog, musste ich am zweiten Tag, auf Grund starker Schmerzen und der Tatsache, dass ich den Lenker einfach nicht mehr festhalten konnte, schweren Herzens aufgeben. In Griechenland bin ich ebenfalls nur mit durchgerollt und habe versucht, wenigstens ein paar Punkte zu sammeln. Dennoch, die Saison war gelaufen. Bei den folgenden Rennen versuchte ich noch, etwas Schadensbegrenzung zu betreiben. Beim Finale in Frankreich ging eine völlig verkorkste Saison mit einem versöhnlichen sechsten Tagesrang zu Ende. In der WM spülte mich das noch auf einen zehnten Gesamtrang nach vorn. Trotz einer persönlich, sehr enttäuschenden Saison war die EWC an sich wieder ein tolles Erlebnis! Die einzelnen Veranstaltungen waren durchgängig wieder top organisiert, die Atmosphäre super und die Strecken einmalig. ![]() Im Sommer veranstaltete ich meine Lehrgänge in Polen, was sich als großer Erfolg entpuppte. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut angenommen wird. Eine Fortsetzung im kommenden Jahr ist auf alle Fälle vorgesehen. Die deutsche Enduro Meisterschaft fand, nach einer langen Sommerpause Mitte September, in Dachsbach ihre Fortsetzung. Allerdings bin ich dort überhaupt nicht in Fahrt gekommen. Am Ende war es nur der dritte Rang in der der Championatswertung, welchen ich mir ganz klar selbst zu zuschreiben hatte. Nach diesem Lauf war für mich persönlich die Sache um den Championatstitel 2011 bereits gegessen. Zuviel Punkte hatte ich schon in Venusberg eingebüßt und nun weitere in Dachsbach. 15 Punkte Rückstand, das war aus eigener Kraft kaum noch zu schaffen. Doch in Burg platzte der Knoten. Ich fühlte mich besser und auf einmal lief es wieder entsprechend rund. Ich konnte dort beide Tage gewinnen sowie den anschließenden Lauf in Tucheim. Dies hatte ich nicht wirklich erwartet und es brachte mich in eine gute Ausgangsposition für das Finale in Zschopau. Dort reichte, hinter den beiden Gaststartern Eero Remes und Marc Bourgeois, ein dritter Tagesrang, um mit Dennis punktgleich zu ziehen. Auf Grund der "Majorität der besseren Platzierungen", wie es offiziell im Reglement heißt, konnte ich meinen Titel in letzter Sekunde und so knapp wie noch nie, erfolgreich verteidigen. ![]() Anschließend bin ich zum Saisonausklang noch zwei weitere Rennen gefahren. Zum einen das GetzenRodeo Extrem-Endurocross in Grießbach, zum anderen den Novemberpokal in Woltersdorf. Beide Veranstaltungen waren auf ihre Art absolut erstklassig und haben mir riesig Spaß gemacht! ![]() Jetzt möchte ich noch einmal die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Sponsoren und Partnern für das entgegengebrachte Vertrauen zu bedanken und dass alle, trotz einer schwierigen Saison, zu mir gehalten haben: Bei Norbert Zaha & KTM Deutschland, Wolfgang Butzner vom Metzeler Reifendienst, Harald Sturm & Team, ZAP Technix, Arai, Scott, Forma, Acerbis, dem ADAC Sachsen insbesondere Gunter Illgen sowie allen weiteren Sponsoren. Besonders aber bei meiner Freundin Ulrike und meinen Eltern, welche es mit mir nicht immer einfach hatten und immer zu 100% hinter mir standen! Und natürlich nicht zuletzt bei den zahlreichen Fans, welche an den Strecken immer für einen zusätzlichen Motivationsschub sorgten! Für das kommende Jahr bleibt bei mir alles beim Alten. Ich werde weiterhin die Farbe Orange bei der EWC und DEM vertreten! Aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit. Ich wünsche Euch nun allen frohe und besinnliche Weihnachten sowie einen guten Rutsch in das "Six Days"- Jahr 2012! Bis bald, in alter Frische, Euer Marcus |
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